Kleinkunst in Unterpindhart

Weil Kunst nicht immer auch Stadt bedeutet
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20 Jahre Kleinkunst in Unterpindhart


Weiter Weg und weiter, weiter

Im Nachhinein erscheint ein eingeschlagener Weg immer als eine alternativlose Entscheidung. War doch klar, dass das so laufen wird, unabänderlich, dass es genauso kam.

So zurück zu blicken ist ein Privileg der Gegenwart, der Blick von der anderen Seite der Zeitlinie ist weit weniger optimistisch.

Als sich damals, vor 20 Jahren, auf einer Hochzeit Hannes Hetzenecker und Karl Rockermeier zufällig begegneten, war wohl keinem bewusst, wo die Reise hingehen würde. Aber beide hatten ein ähnliches Hirngespinst, das sie umtrieb.

Die Kultur wollte man aufs Land holen, mit einer kleinen Bühne bei Rockermeiers im Gasthof, und damit auch beweisen, dass Kultur nicht zwangsläufig mit Stadt einhergeht.

Am 10.11.1991 stand dann Willy Astor auf der Bühne in Unterpindhart mit seinem Debütprogramm „aufgebrezelt“.

Schnell wurde klar, den beschrittenen Weg will man gerne weitergehen, auch zusammen mit Willy Astor. Schon viele Male war er seitdem in Unterpindhart und zog auch Kollegen nach:

Michael Mittermeier besuchte die Bühne am 22.03.1992 und versprühte dabei als Jesus am Kreuz stehend so viel Kirchenhass, dass der Bischof am nächsten Tag den Saal nochmal neuweihen sollte.  Trotzdem durfte auch Michael Mittermeier 1995 nochmals in Unterpindhart auftreten. Inzwischen war die Bühne zu bekannt, oder eher der Saal zu klein, daher ging man zu Doppelveranstaltungen über.

1995 war auch das Gründungsjahr des Hallertauer Kleinkunstpreises, möglich von Anfang an nur durch die großzügige Unterstützung der Hallertauer Volksbank. Der wurde schnell überregional bekannt und 1997 erregte er die Aufmerksamkeit der Süddeutschen Zeitung. Die schrieb einen Artikel; die Kleinkunstbühne im kleinen Unterpindhart war auf einmal bayernweit bekannt.

2001 schließlich der nächste Meilenstein, die Stadt Geisenfeld verleiht den Kulturförderpreis an die Kleinkunstbühne.

Mit dem Umzug in den neuen Saal im Jahr 2006 wurde dann der neusten Technik und der Bequemlichkeit unserer Gäste Rechnung getragen.

So einen Weg durch die Zeit geht man nicht gerne alleine, Weggefährten sind immer willkommen. Und wie das bei Wanderern nun mal so ist, manchmal teilt man sich ein Stück des Weges, Wege trennen sich wieder, man bildet kleine Reisegrüppchen, man hilft sich über Unwegsamkeiten hinweg.

Schon im zweiten Jahr schlossen sich 16 Leute an und wurden Abonnementen, zugegegeben mehr als die Hälfte davon waren Freunde und Bekannte. Aber viele sind geblieben und noch viel mehr kamen hinzu.

Zu den Unterpindhartern erster Stunde gehören sicher die Leute um Wolfgang Karmann,  Josy Stiglmayr und Karl-Heinz Krenz; sie sind auch heute noch regelmäßig Gäste. Seit 1993 sind auch die Tische Neumeier, Eisenhofer und Schmidmeier ständig vertreten.

Die Anfangs recht willkürliche Verteilung der Sitzplätze brachte die eine oder andere sonderbare Blüte hervor. Seit 1997 als stetige Wandergemeinschaft dabei ist der Tisch Holmheu, Kriegler, Höckmeier. Anfangs nur zufällig zusammensitzend, bildete sich nach und nach eine Freundschaft heraus, Weihnachtsgeschenke beim Konzert zwischen den Jahren natürlich inklusive.

Das ganze Team der Kleinkunstbühne Unterpindhart möchte sich ganz herzlich bei Ihnen, den Gästen, bedanken. Wir sind uns durchaus bewusst, dass das Projekt „Kultur auf dem Land“ nur funktionieren konnte, weil Sie alle mitgezogen haben. Wir hoffen, Sie gehen weiterhin den Weg mit uns.

 

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